Bunte Kosmetik (dies ist ein Wortspiel) – oder: BUNTE Beauty Days

Nun ja, mit meinen jämmerlichen Wortspielen gewinne ich keine Preise, aber hey – wo kann ich sie sonst loswerden, wenn nicht auf meinem eigenen Blog, meinem Spielfeld für Geschreibsel aller Art?

Ich bin am vergangenen Sonntag recht spontan einer Einladung der PR Agentur von Otto gefolgt und habe mich auf der Kosmetik-Messe des Beauty Forum Magazins umgesehen. Im Rahmen dieser Messe (laut eigener Angabe Europas Kosmetik-Messe Nr. 1 übrigens) gab es zusätzlich die BUNTE Beauty Days, einer Kooperation von der Zeitschrift BUNTE und Beauty Forum, in diesem Bereich waren Endkunden im Fokus, während die große Halle mehr auf Institute und Kosmetikerinnen ausgerichtet war.
Ursprünglich hatte ich gar nicht vor hinzugehen, denn die Aussteller von Naturkosmetik-Marken waren nahezu an einer Hand abzuzählen. Aber ein paar Marken haben mich dann doch sehr interessiert und insbesondere ein Vortrag zum Thema Manuka schrie nahezu danach, angehört zu werden.

Und ja, es gab Prominenz auf der Messe, wie kann es auch anders sein bei einem Boulevard-Magazin. Als ich an der großen Bühne vorbei geschlendert bin, saßen da gerade Barbara Becker und Udo Walz, während Patricia Riekel wohl moderierte.

Offensichtlich waren auch noch Cathy Hummels, Jochen Schropp, Nina Ruge und diverse andere Menschen da, aber nun ja, ich bin nur wenig interessiert an sowas (es sei denn, ich sitze in einem Wartezimmer) und habe meine Finger lieber in diverse Cremetöpfe gesteckt…

*Living Nature und cobicos*
Zunächst habe ich den Stand von Living Nature und cobicos angesteuert, der unter anderem von den großartigen Damen Ines von Otto (PR Agentur) und Birgit Corall (Geschäftsführerin von cobicos) vertreten wurde. Als erstes fiel sofort der glänzende SPA Diamond Award auf, der cobicos in 2016 verliehen wurde für „eine starke Naturkosmetikmarke mit sehr guter Textur und schönem Duft“:

Der Zusatz „schöner Duft“ zeigt hier auch deutlich, wie wichtig es für viele zu sein scheint, dass die Gesichtspflege besonders riecht und das bereitet mir Sorgen, weil sich kaum jemand damit befasst, dass allergene Duftstoffe auch Probleme bereiten können. Dazu kann ich euch die großartig aufbereitete Reihe von Skincareinspirations ans Herz legen, um euch tiefer in das Thema einzulesen.

Der Vortrag von Frau Corall zum Thema Manuka, dem daraus gewonnenen Öl und dem Manuka-Honig, hat mich richtig fasziniert und sozusagen infiziert mit der Begeisterung dafür.

Ich werde mich intensiv damit auseinander setzen und euch möglichst bald einen ganzen Post liefern, der dieser Zauberpflanze gewidmet sein wird.

Was mich übrigens enorm geärgert hat: zeitgleich zu diesem sehr spannenden und inhaltlich wichtigen Vortrag gab es auf der großen Bühne in derselben Halle irgendein Blabla mit Prominenten, weshalb das meiste Publikum dort abhing und sich nur wenige Seelen zu diesem Vortrag verirrt hatten. Als Organisator müsste man so etwas viel besser koordinieren!

Im Anschluss habe ich ein wenig durch die Pflege gestöbert. Liebend gerne würde ich die Sensitiv-Linie ausprobieren, allerdings enthalten die Sachen Kokosöl, das bei mir komedogen wirkt. Die sehr reduzierten Inhaltsstofflisten und die milde Formulierung ohne Duftstoffe finde ich klasse, hier zum Beispiel die Nachtcreme:
Aqua, Persea gratissima (avocado) oil, Cocos nucifera (virgin coconut) oil**, Jojoba esters, Glycerin (vegetable glycerin)**, Cetearyl olivate, Sorbitan olivate, Phormium tenax leaf juice (NZ flax gel), Cetyl palmitate, Sorbitan palmitate, Glucose, Xanthan gum, Glucose oxidase, Lactoperoxidase.
** Certified organic

Die cobicos Produkte habe ich schon vor Langem quasi aus der Ferne beobachtet, aber bei den luxuriösen Preisen, die mein persönliches Budget bei weitem übersteigen (zum Beispiel 125€ für 30ml Serum) gab es keine Annäherung. Ich kann nur hoffen, dass Frauen, die sich Luxus-Kosmetik leisten, lieber bei solchen Produkten zugreifen als bei den altbekannten Mineralöl-Silikon-Cremes von den typischen Parfümerie-Marken…

Neben den Pflegeprodukten beider Marken gab es natürlich auch die dekorative Kosmetik von Living Nature am Stand. Ich bin seit Jahren großer Fan und habe mir nach und nach so einige Produkte zugelegt, dennoch habe ich mich darüber gefreut, von der Visagistin Frau Maier von Grund auf geschminkt zu werden. Sie hat vor allem Produkte benutzt, die ich selbst nicht besitze, so konnte ich weitere kennen lernen. Ich finde, dass sie mir einen sehr schönen, schlicht-eleganten Look verpasst hat – oder was sagt ihr? Irgendein Scheinwerfer scheint mich beim Nachher-Foto wohl etwas mehr an, das Foto ist auf jeden Fall unbearbeitet:

Meine Schlupflider lassen die Lidschatten ja leider nicht so gut präsentieren, es waren aber erdige, natürliche Brauntöne, die den Look sehr schlicht gehalten haben. Nur der Lippenstift in der Nuance Wild Fire hat das Ganze ladylike aufgepeppt.

Übrigens, neu in dem Sortiment sind zwei Lip Hydrator in farbiger Ausführung. Sie sind aufgrund von Bienenwachs nicht vegan, enthalten aber erfreulicherweise kein Karmin.

Ach ja, doch ein wenig Klatsch&Tratsch: der Stand wurde für einen Mini-Dreh für Promiflash aufgesucht mit einer zierlichen jungen Dame, die (wie ich später erfahren habe) Viola Kraus heißt und beim Bachelor 2017 mitgemacht hat. Sie sollte nur für die Kamera quasi irgendwas aufgefrischt bekommen:

Ich befürchte fast, sie ein wenig beleidigt zu haben, als ich vorschlug, dass sie sich einen schöneren Lippenstift auftragen lassen soll, weil ihrer sie irgendwie älter macht – aber ganz ehrlich, ein junges strahlendes Mädel mit sehr schmalen Lippen und einem unscheinbaren, dunklen braunen Lippenstift – hättet ihr da nicht auch was gesagt?
Sie hat sich jedoch nichts anmerken lassen, war sehr fröhlich und wohl recht begeistert über die Produkte! Wenn ich es richtig gesehen habe, bekam sie einige Pflegeprodukte mit, hoffentlich berichtet sie auch mal darüber, denn Frauen mit ihrer Reichweite können viel für Naturkosmetik tun, denke ich.

*ELLA BRANTE*
So aufgehübscht bannte ich mir meinen Weg durch das Messe-Gewühl, um zum Beispiel die Marke Ella Brantë, die mir bisher noch nirgendwo begegnet ist, näher anzuschauen.
Das Sortiment für die Damen besteht aus drei unterschiedlich bedufteten Körperölen:

Die Männer bekommen neben den Bartölen auch ein 3-in-1 Waschprodukt, die Aufmachung ist typisch schwarz (ich glaube, jeder Hersteller hält es derzeit für sehr männlich):

Ich wurde mit allen drei Aromaölen auf meinen Händen verwöhnt und fand alle Duftkompositionen wirklich großartig. Die entsprechenden Noten haben sich jeweils nacheinander gut wahrnehmbar entwickelt und, wie es bei der Aromatherapie üblich, richtig schön gewirkt. Während Cinnamon Bark & Rose Geranium sehr warm und kuschlig wirkt und einen sofort weihnachtlich umhüllt fühlen lässt, verbreitet Key Lime & Sicilian Orange diese typisch helle, frische Stimmung. Das dritte Öl im Bunde, Black Pepper & True Lavender, hat mir besonders zugesagt, da ich Lavendel generell sehr mag und die Pfeffer-Note dem Ganzen eine ungewöhnliche Wirkung verleiht.

Die Geschichte hinter der Marke ist sehr nett, offensichtlich war Ella eine in der Hautpflege bewanderte Frau auf Ceylon, die ihre Rezepturen auf Palmblättern aufgeschrieben hatte. Man munkelt, diese seien entdeckt und die Rezepturen nun wieder benutzt worden.

Die Inhaltsstoff-Listen sind relativ simpel, die Basis bildet jeweils Sonnenblumenöl, was ich ehrlich gesagt eher enttäuschend finde. Es handelt sich um sehr günstiges Öl, das keine besondere Wirkung für die Haut aufweist, sich aber wohl ganz gut zum Massieren eignet – was durchaus der Sinn solcher Aromaöle ist.
Danach folgen ein bis zwei pflegende Öle, zum Beispiel Moringa-Öl (bei Key Lime) oder Jojoba-Öl (bei Cinnamon Bark), das ist natürlich positiv.
Den Rest machen Zitrus-Extrakte, Vitamin E und (wie so oft in Naturkosmetik, leider allergene) Duftstoffe aus, die für den gewünschten Aromatherapie-Effekt sorgen. Da die Öle für den Körper gedacht sind, sehe ich aber kein großes Problem darin, nur Duftallergiker müssen verzichten.
Angesichts des günstigen Basisöls empfinde ich den Preis von 49€ für 100ml als etwas überteuert. Online kann man die Produkte bei Greenglam und TOBs (hier nur Männerprodukte) bestellen.

*BadeFee*
Diese Marke habe ich bereits über Instagram entdeckt und wollte mir die kleinen Schmuckstücke zum Baden natürlich am Stand anschauen. All diese wunderschönen „Pralinen“ entstehen in Handarbeit, was mich sehr beeindruckt:

Überrascht war ich ob der Fülle an anderen Produkten, mir war BadeFee zwar im Zusammenhang mit den Badepralinen ein Begriff, dass der Hersteller BO Cosmetic aber noch diverse Körperpflege anbietet, war mir gar nicht klar. Nahezu alles ist auf Naturkosmetik-Niveau formuliert, obgleich nicht als solche konzipiert. Allerdings wird es in Kürze eine Organic-Linie geben, darauf bin ich sehr gespannt!

Ich glaube, es gibt kein Produkt, das ich am Stand nicht ausprobiert habe – hinterher waren meine Arme und Hände jedenfalls bestmöglich gepflegt mit Sahne, Lotion, Butter etc. Die Düfte sind wohl eine Mischung aus natürlich und synthetisch, soweit ich das beurteilen kann, aber unheimlich angenehm, und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Es gibt auch Deos (für Körper und Füße) in der bekannt-bewähren NK-Zusammensetzung aus Shea-Kokos-Natron und Duschprodukte, damit wird die Körperpflege abgerundet.


Ich finde solche Marken insbesondere als Geschenk eine sehr schöne Idee, die meisten von uns baden liebend gerne und mögen diese weichen, sahnigen Texturen von Bodybuttern. Man muss wohl nur den passenden Geruch treffen…

*Zartgefühl*
Als eine für mich völlig neue Marke habe ich Zartgefühl entdeckt, die Produkte werden in Handarbeit in Bad Honnef herstellt (was ich sehr lustig finde, da ich dort Verwandte habe). Dem Hersteller ist es offensichtlich ein wichtiges Anliegen, vegane Inhaltsstoffe zu nutzen und sich gegen Tierversuche einzusetzen, das begeistert mich sehr.
Es gibt zwar keine Zertifizierung als Naturkosmetik, die Formulierungen sind jedoch durchaus konform, wenn ich mir die Inhaltsstoffe so anschaue. Bei den Düften kommen aber sicherlich auch synthetische Komponenten zum Einsatz.

Neben den wirklich lecker duftenden, fluffigen Körperpflege-Produkten gibts auch Gesichtspflege, sogar auch ohne allergene Duftstoffe, zum Beispiel dieses Aufbau Serum, das eine schöne Ölmischung ist.
Das Sortiment wird durch ätherische Öle und Raumdüfte abgerundet.

Die Produkte sind nicht gerade günstig zu nennen und ich bereue es ein wenig, mir nichts auf der Messe gekauft zu haben – die Messepreise waren unschlagbar…
Aber ich werde mir bei Gelegenheit das eine oder andere wohl mal leisten.

*Organic Series*
Zum Schluss haben mich meine müden Füße noch am Stand von Organic Series, einer polnischen Marke, vorbei schlürfen lassen, wo ich die liebenswerten Damen kennen gelernt habe, die sich ausgiebig um Besucher wie mich kümmerten – es ist ja bis heute nicht selbstverständlich, dass Blogger ernstgenommen und ausführlich beraten werden. Finde unser „Gruppenbild mit Damen“ sehr gelungen:


Ursprünglich waren die Produkte ausschließlich in Kosmetikinstituten im Einsatz, aber begeisterte Kundinnen (und vielleicht auch Kunden?) wollten ihre Behandlungscremes und Co. auch zuhause weiter benutzen. Es ist allerdings weiterhin so gehandhabt, dass man die Produkte nur in entsprechenden Instituten kaufen kann, vor allem zur Gewährleistung einer passenden Beratung. Nur die Reinigungssachen werden hin und wieder auch über andere Kanäle zum Verkauf angeboten.

Grundsätzlich werden nur natürliche Inhaltsstoffe eingesetzt (also das, was wir unter Naturkosmetik verstehen), allerdings sind nur jeweils die einzelnen Stoffe Bio-zertifiziert (insgesamt 98%). Eine Zertifizierung des gesamten Produkts würde sich offensichtlich zu negativ im Preis niederschlagen, sagte man mir.

Was mich besonders gefreut hat: in München gibts den Flagship-Store mit angeschlossenem Kosmetikinstitut, wo man sich mit den Produkten behandeln lassen kann. Das möchte ich unbedingt mal ausprobieren, mir fehlten bisher gute Adressen für Behandlungen mit Naturkosmetik-Produkten. Werde euch gerne berichten, wenn es soweit war (und ihr Interesse daran habt).

Freundlicherweise habe ich diverse kleine Pröbchen von Produkten bekommen, um mir zuhause einen schönen SPA-Abend damit bereiten zu können. Ich schau mal, ob mir etwas davon besonders gut gefällt, sehr vielversprechend scheint die Augencreme zu sein, ein unabhängiger Test hat hier nach 3 Wochen der Anwendung eine messbare Verbesserung der Haut feststellen können.

Die Preise bewegen sich im mittleren bis höheren Bereich, würde ich sagen, je größer das Produkt, desto günstiger wird es. So kostet zum Beispiel ein Cleanser 29€ für 50ml und 46€ für 200ml.

*Und sonst noch?*
Die Haupthalle war riesig und voll von Massage-Sesseln, Kosmetikerinnen-Outfits, Tools und weiß der Kuckuck was noch, nichts, das ich als Endkundin bräuchte. An einem Stand (ich glaube, er hieß Nature’s Secret) bin ich aber kurz hängen geblieben bzw. wurde regelrecht von einer kleinen Dame angesprungen, um die lustigen Dinge wie den FingerMassager oder Zwicky Smooth auszuprobieren. Während ersterer sehr angenehm war und nicht nur für Finger, sondern alle möglichen Stellen genutzt werden kann, war das Zwicky Teil sehr zwicky (ja, die Dame rückte mir damit direkt ins Gesicht und epilierte quasi auf der Stelle Härchen an der Operlippe weg). Ich weiß nicht, ob das wirklich funktioniert, es hat „schön“ geziept, aber ich habe generell nur etwas Flaum, ob da was wegkam, kann ich schlecht beurteilen. Witzig war es allemal.

Ich hoffe, mein Messe-Bericht hat euch ein wenig Spaß gemacht. Wenn ihr bereits Erfahrung mit irgendwelchen Marken und Produkten habt, würde ich mich sehr über euer Feedback freuen.

Eure Viktoria

2 thoughts on “Bunte Kosmetik (dies ist ein Wortspiel) – oder: BUNTE Beauty Days

  1. Die Bunte lese ich ja immer nur beim Zahnarzt 😀
    Das geschminkte Make Up steht Dir auf jeden Fall super. Ich bin mal auf Deinen Bericht zu Manuka gespannt. Irgendwie ist das bei mir nur als reizend abgespeichert und deshalb verzichte ich drauf.

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